aktuelles | veröffentlichungen      

  Übersicht  


Schichtenverbund,

Dr.-Ing. V. Rheinhardt, Hannover

vorheriger Artikel   nächster Artikel

Verbunden mit der Erhöhung der zulässigen Achslasten wurden auch auf Strecken des SV-Verkehrs mehrfach bereits gegen Ende der Gewährleistungsfristen Risseschäden und eintretender Materialzerfall beobachtet, denen als Mangel z. T. bereits im Kontrollprüfstadium einzig und allein fehlender Schichtenverbund vornehmlich zwischen Asphaltbinder und oberer Asphalttragschicht zuzuordnen war. Daraus wird die Bedeutung ersichtlich, die einem ausreichenden Schichtenverbund für die Dauerhaftigkeit bituminöser Fahrbahnbefestigungen zukommt.

Da kamen anläßlich üblicher Kontrollprüfungen zusätzlich durchzuführende Scherversuche nach LEUTNER, wenn auch nur an jeweils einem Kern einer jeden Entnahmestelle ausgeführt, sehr gelegen, über Erreichtes und Erreichbares in Sachen Schichtenverbund zu berichten:

Ausgehend von dem durch U. STÖCKERT (Schichtenverbund - Prüfung und Bewertungshintergrund, S. + A. 11/01) vorgeschlagenen Anforderungskatalog (Zeile 1 der Tabelle) zeigen sich insgesamt erschreckend hohe Unterschreitungswahrscheinlichkeiten der vorgeschlagenen Mindestwerte für die aufnehmbare Scherkraft. Einziger Lichtblick ist der zwischen SMA 0/8 S mit PmB und Asphaltbinder 0/16 S mit PmB ermittelte und auf einem vergleichsweise wesentlich höheren Niveau gelegene Haftverbund, ausgelöst wohl wegen des in der Grenzfläche zur Unterlage besonders wirksamen und "satten" Polymerbitumenanteils aus der Deckschicht, der in Einzelfällen auch durch zusätzliches Anspritzen mit Mitteln auf PmB-Basis gefördert worden sein mag.

In den übrigen Schichtkonstellationen zeigen jedoch sowohl die erheblichen Streuraten als auch die bei einzelnen Auftragnehmern (AN A - E) für bestimmte Schichtkombinationen sehr geringen Unterschreitungswahrscheinlichkeiten auf, daß ein hohes Potential für beträchtliche Steigerungen der Verbundscherkräfte besteht, das es durch erhöhte Sorgfalt vor und bei Einbau auszuschöpfen gilt. Lediglich bei den Kombinationen Asphaltbeton 0/8 gegen Asphaltbinder bzw. Asphalttragschichten scheinen zusätzliche Impulse, wie z. B. durch Einsatz von PmB-Anspritzmitteln angezeigt, wenn der vorgeschlagene Mindestwert von 25 kN an der Deckschichtunterseite allgemeine Gültigkeit erlangen sollte.

Insgesamt ist allerdings zu konstatieren, daß sich das Phänomen "ausreichender Schichtenverbund" noch immer einer sehr geringen Wertschätzung erfreut. Wohl kaum ließe sich sonst erklären, daß sich im Beobachtungszeitraum von 3 1/2 Jahren weder die Niveaus der gemessenen Scherkräfte erhöht noch ihre Streumaße entsprechend verringert haben.

2. Ergebnisse von Scherversuchen nach LEUTNER an Einzelkernen aus 68 Baumaßnahmen zwischen Juli 1999 und Dezember 2002

PmB-
SMA 0/8 S
ABi 0/16 S

SMA 0/8
Abi 0/16

AB 0/8
ABi 0/16

AB 0/8
ATC 0/32
PmB
ABi 0/16 S
ATCS 0/32

Abi 0/16
ATC 0/32
ATCS 0/32
ATCS 0/32
vorgeschlagene Anforderungen
≥25
≥ 25
≥ 25
(≥ 25)
≥ 20
≥ 20
≥ 16
gesamt Bauaufträge
15
27
7
19
13
29
12
Probenzahl
41
47
12
26
36
53
23
Mittelwerte
kN
37,6439
26,3000
24,6750
25,5269
26,4500
25,6245
24,2087
Standardabweichg.
kN
8,5425
9,2730
7,2530
8,2514
12,2244
11,0234
13,5976
95 % Streubereich
kN
20,9 - 54,4
8,1 - 44,5
10,5 - 38,9
9,4 - 41,7
2,5 - 50,4
4,0 - 47,2
0 - 50,9
Unterschreitungsw.
%
7,0
44,4
51,8
(47,5)
29,9
30,5
27,3
AN A Mittelwert
kN
35,4
22,3
11,4
18,9
30,2
23,0
16,2
Unterschreitungsw.
%
13,9
62,6
(83,9)
14,8
39,2
49,3
AN B Mittelwert
kN
40,9
26,5
28,7
23,9
21,0
28,3
34,2
Unterschreitungsw.
%
1,9
42,7
27,7
(54,6)
47,0
26,9
7,8
AN C Mittelwert
kN
33,1
30,6
34,6
27,6
Unterschreitungsw.
%
6,6
24,2
2,1
14,2
AN D Mittelwert
kN
37,4
26,8
31,8
22,0
33,3
Unterschreitungsw.
%
0
25,5
(15,0)
41,6
AN E Mittelwert
kN
26,0
34,6
Unterschreitungsw.
%
43,0
7,2
 
  

vorheriger Artikel   nächster Artikel